N-Wurf 2010 | Welpenzeit

Trächtigkeit
Die ersten Anzeichen für eine Trächtigkeit fanden wir bei Esta schon bald nach dem Decken: Sie wurde unglaublich schmusebedürftig und forderte das auch hartnäckig ein, entwickelte eine grässliche Fressgier nach allem (staubsaugermässig) und beantwortete die Spielaufforderungen von Mira nicht mehr mit Gelassenheit, sondern mit leisem Knurren. Auf den Spaziergängen war Esta aber nach wie vor eine Rakete, wollte spielen und toben, so dass ich sie oft etwas bremsen musste. Sportlich betätigt haben wir uns beim ZOS-Training und im Longierzirkel. Beides macht viel Spass.

20. 10. 10
Nun rundet sich Esta’s Bauch schon recht nach unten. Ihr Appetit ist viel grösser, ebenso das Ruhebedürfnis. Ausserdem schnarcht Esta jetzt im Schlaf! Heute genossen wir einen langen Spaziergang zu zweit und Esta tollte wie ein Junghund in den bunten Herbstblättern herum. Ich bin froh, dass es ihr so gut geht und sie fit ist. Die Welpen erwarten wir um den 6 November herum.




9.11.2010
Heute Morgen um 7.33 Uhr erblickte als erste eine hübsche, hell gestromte Hündin das Licht der Welt. Danach kamen 4 wunderschöne Rüden und den Schluss um 9.55 Uhr machte wieder eine Hündin.
Die Welpen sind zwischen 390 und 464 gr. schwer. Esta hat ruhig und sehr souverän geboren, alle Welpen selbstständig abgenabelt und versorgt. Ich bin sehr stolz auf Esta! Sie ist eine wunderbare Mutter und umsorgt die Kleinen mit grosser Hingabe.


Die Erstgeborene ist zwar die leichteste, aber ein kräftiges Mädchen.


Esta nabelt ihren Zweitgeborenen ab.


Esta und Cyrus haben uns sechs gesunde und farblich verschieden gestromte Welpen geschenkt. Wir haben sie mit bunten Bändern gekennzeichnet: Die Hündinnen Rot und Orange, die Rüden Blau, Grün, Hellblau und Beige.


Eine glückliche und müde Familie nach der schnellen Geburt.


14.11.2010

Heute haben unsere Welpen ihren ersten richtigen Fototermin gehabt. Sie fanden es nicht so lustig und haben kräftig gequitscht und gezappelt. Die Rasselbande ist nun 5 Tage alt und alle haben schon tüchtig an Gewicht zugelegt. Es dauert nicht mehr lange und sie haben ihr Geburtsgewicht verdoppelt!

Hündin Rot




Rüde Blau




Rüde Grün




Rüde Hellblau




Rüde Beige




Hündin Orange




Die Hündin Orange findet unser Fotoshooting zum Gähnen



23.11.2010
Zwischen dem 8. und 10. Lebenstag haben alle Welpen ihr Geburtsgewicht verdoppelt. Die Rote ist immer noch die Kleinste, aber sie nimmt gleichmässig zu, so dass wir nicht nachfüttern müssen. Der Hellblaue ist ein richtiger Brummer und zwängt sich mit seinem Gewicht immer erfolgreich zu den besten Zitzen vor.





26.11.010
Nun hat die Sechserbande die Augen offen und sofort beginnen sie, die Wurfkiste zu erobern. Auch die Geschwister werden interessant. Da wird gegenseitig an den Ohren geknabbert, an der Rute gezupft, geknurrt und gebellt. Tollpatschig springen sie einander an und kugeln anschliessend um. Es sieht herrlich aus. Manchmal lache ich laut, meistens geniesse ich still lächelnd. Nach den ersten zaghaften Versuchen, stehen jetzt alle sechs schon recht gut auf ihren vier Beinen. Der Blaue versucht sogar schon zu rennen und landet natürlich noch auf der Nase. Der Hellblaue hat die lauteste Stimme. Sowieso kennen wir schon fast alle anhand ihres Jammern und Bellen.

Hellblau, der „Brummer“


Beige ist ein stiller, aber aktiver Hund.


Die lauteste Stimme hat Hellblau.


„Schaut, Brüder, ich kann genau so gut gehen wie ihr, obwohl ich kleiner bin!“,
blufft Rot und flaniert vor Blau, Grün und Beige durch.


Spazieren macht aber müde…


Grün und Beige hecken den nächsten Streich aus.


Blau hat bereits gemerkt, dass er sich unter dem Distanzrahmen ducken muss.


Das erste Spielzeug wird entdeckt.








Mutter Esta kommt und das Welpengeschrei geht los!


Nach dem Säugen putzt Esta ihre Welpen. Orange bettelt um Zuneigung.



30.11.2010
Unsere sechs Welpen haben Namen bekommen:

Die Rüden heissen:
„Nanook“ (inuit, „Mächtiger Eisbär“)
„Neo“ (afrikanisch, „Der Auserwählte“)
„Nigan“ (indianisch, „Der Geradlinige“)
„Nuri-Aragorn“ (Nuri = arabisch, „Feuer/Licht“, Aragorn = „König/Mut“, aus dem Buch „Herr der Ringe“)

Die Hündinnen heissen:
„Nakoma-Targa“ (Nakoma = indianisch, „Grosse Kriegerin/Grosser Geist“, Targa = Schutzschild)
„Nurej-Nova“ (Nurej = arabisch, „Flamme“, Nova = indianisch, „Die Verspielte/Schmetterlingsjägerin“)

Welcher Hund welchen Namen tragen wird, zeigt sich bei der Zuteilung der Hunde an ihre zukünftigen Besitzer. Bis dahin nennen wir sie weiterhin bei der Farbe ihres Halsbands.


7.12.2010
Heute sind die Welpen 4 Wochen alt. In den letzten 7 Tagen haben sie einen grossen Entwicklungsschub gemacht. Die Sechserbande eroberte das Welpenzimmer und die Spielsachen. Sie messen ihre Kräfte an den Geschwistern und ich lache immer wieder wegen ihren Versuchen, sich anzuschleichen, zu rennen und Sprünge zu vollführen. Alle Bewegungen sind noch tapsig und oft gehorchen die Beine nicht. Die Rüden machen sich schon sehr gross und ich hoffe, dass wir keinen Rabauken unter ihnen haben.




Rüde Beige und Hündin Orange sind etwa gleich kräftig und lieben es, lange miteinander rangeln.


Esta putzt Hellblau, Blau findet, er wäre jetzt mal an der Reihe, während Beige im Hintergrund brav wartet.


Der Platz am Eingang der Wurfbox eignet sich bestens zum Beobachten.

Am Sonntag, 28.11. begannen wir mit der Breifütterung. Am Anfang war es eine riesengrosse Sauerei. Mittlerweile können die kleinen „Glückssternchen“ schon recht manierlich schlabbern! Der Welpenruf funktioniert auch schon wunderbar: Innert Sekunden bin ich von sechs hungrigen und jaulenden Holländerchen umgeben und habe Mühe, die Futterschälchen ohne Schäden zu platzieren. Ich muss wohl noch lernen, zuerst alle Schalen am Boden zu verteilen, solange die Rasselbande noch schläft und erst dann zu rufen, hi hi hi…






8.12.2010
Es war eine kurze Nacht. Eine halbe Stunde nach dem letzten Säugen begann Blau zu wimmern, hecheln, und wie wild in der Wurfbox herumzurennen. Ab und zu legte er sich platt hin, atmete schnell, danach rannte er wieder umher. Ich war völlig in Sorge und untersuchte den kleinen Kerl. Der Bauch war gebläht und weich. Trotzdem traute ich der Sache nicht und rief um 23.30 Uhr meinen Tierarzt an. Eine Magendrehung könne es kaum sein, meinte er, wahrscheinlich habe der Kleine Blähungen und Bauchschmerzen. Ich solle Fencheltee geben und Blau auf eine warme Bettflasche legen, damit die Krämpfe sich lösen. Gesagt, getan. Keine Chance. Blau wollte keine Bettflasche und keinen Tee. Er legte sich schliesslich am Ausgang zur Wurfbox hin, und zwar so, dass Kopf und Brust draussen auf dem kühlen Boden lagen, das Hinterteil erhöht im Innern der Wurfbox. Ich konnte Blau einige Globuli „Chamomilla“ geben und beobachtete glücklich, wie der geplagte Kleine nach einiger Zeit ruhiger wurde und einschlief! Am Morgen ging es Blau wieder blendend und er rannte mir freudig entgegen.

Heute war das Wetter endlich wieder milder, die Sonne schien und es war windstill. Bestes Wetter also, um den ersten Ausflug in den Welpengarten zu unternehmen. Ich trug die Welpen einzeln nach draussen und setzte sie nach ausgiebigem Herumschauen vorsichtig zwischen meinen Füssen ins Gras. Ich nutzte die Gelegenheit, um Fotos zu machen. Es war unglaublich interessant zu beobachten, wie die Kleinen mit der Veränderung umgegangen sind! Ich habe sie schliesslich im wahrsten Sinne des Wortes ins „Kalte Wasser (naja, Gras)“ gesetzt. Nur die Rote hat am Anfang etwas gejammert und suchte noch etwas Schutz bei mir, bevor auch sie herumdüste und überall schnupperte. Die anderen sind jeweils nach ein paar Sekunden bereits herumgerannt, so dass ich fast keine scharfen Fotos machen konnte. Zwischen den Runden kamen sie immer wieder zu mir, schnupperten an mir und rannten dann wieder weg.
Nach 2-3 Minuten war jeweils Schluss und ich rief die Kleinen mit dem Welpenruf zu mir. Die Welpen reagierten sofort, durften zu mir auf den Arm kommen und sich von mir wärmen und beschmusen lassen.
Für die Welpen ist dies eine Mutprobe und ein Vertrauenstest. Durch den jeweiligen „Alleingang“ wird die Bindung zum Menschen gefestigt. Damit möchte ich erreichen, dass die Welpen lernen, sich vertrauensvoll dem Menschen anzuschliessen. Wichtig ist, dass wir dabei durch absolut nichts gestört werden und somit keine negativen Erfahrungen geprägt werden.
Die nächsten Ausflüge in den Welpengarten machen wir dann in der Gruppe vom Welpenzimmer aus, zusammen mit allen Geschwistern und Mutter Esta.




Beige ist ruhig und beobachtet lange, bevor er losrennt. Er fand die faulen Äpfel ganz interessant und beschnupperte sie ausgiebig.




Blau ist ein lebendiges Kerlchen, dem ich oft hinterher rannte. Er fand alles interessant und vollführte wilde Hopser.




Nach ein paar wilden Runden untersuchte Grün interessiert die langen Gräser und kostete davon. Ob es an der Farbe liegt?




Hellblau ist nicht nur ein tolles Fotomodell, sondern weiss genau was er will. Zielstrebig und ohne zu zögern geht er seinen Weg.




Die lebenslustige und quirlige Orange wollte die ganze Zeit mit mir schmusen…


…dann entdeckte sie die Meerschweinchen und ich war abgeschrieben. Orange findet diese piepsenden Tierchen total genial!




Rot braucht etwas länger als ihre Geschwister, wenn etwas Neues passiert. Doch dann gibt sie Gas und ist fast nicht mehr zu bremsen: Ein verspielter Wirbelwind im kalten Gras.


Es ist 23 Uhr und die kleinen „Glückssternchen“ schlafen.

Heute war ein anstrengender Tag: Der Ausflug in den Garten und der Besuch einer zukünftigen Besitzerfamilie mit 3 kleinen Buben. Die kleinen Zweibeiner waren total lieb und haben sich umsichtig und ruhig bewegt, die kleinen Vierbeiner waren neugierig, vertrauensvoll und verschmust. Nun haben sie viel zu verarbeiten und haben sich morgen hoffentlich gut erholt!


20.12.2010
Unglaublich, wie die Welpen gewachsen sind. Ab jetzt säugt Esta nur noch im Stehen. Dieses Foto entstand letzte Woche und zeigt unser Holländer-Familienglück bei einer der letzten Säugezeiten im Liegen.




Die Welpen haben neues Spielzeug bekommen, welches natürlich ausgiebig beknabbert, herumgetragen und daran herumgezerrt wird. Manchmal geht schon richtig die Post ab und die Sechs rennen im Welpenzimmer herum, dass einem Angst und Bange wird.







Orange ist nicht nur frech und knabbert alles an…




…sondern sie ist auch unglaublich neugierig und steckt überall ihr hübsches Näschen rein!




Rennen und rangeln macht müde. Ich traute meinen Augen nicht, als ich sah, dass sich alle sechs Welpen in die kleine Gitterbox gequetscht haben. Doch es schien bequem zu sein und ganz bestimmt schön warm. Unser Sixpack:




Dank IKEA haben unsere Welpen einen neuen Tunnel bekommen. Ich bin gespannt, ob dieser länger lebt als der rote Tunnel vom letzten Jahr. Jedenfalls ist dieser Tunnel der absolute Renner bei den sechs Holländerchen. Da wird gerannt, gerauft, auf den Tunnel gesprungen, an den Bändern gezerrt, sich angeschlichen und angegriffen.
Hier ein paar Fotos vom "Tunnel-Rambazamba".











Der Wassernapf wird nicht nur zum Durststillen benutzt, sondern auch als Planschbecken…
Das gibt jeweils eine riesengrosse Überschwemmung, juhuuu!




Und dies möchte ich auch einmal zeigen: Nicht nur das "tägliche Brot", sondern eine Arbeit, die dauernd, oder mindestens alle halbe Stunde getan werden muss: Pipilachen aufnehmen und Scheisshäufchen einsammeln. Vorallem bei einem Winterwurf eine mühsame Arbeit und das einzige, was mir als Züchterin bei der Aufzucht eines Wurfes gar nicht gefällt!




Beweisfoto Nummer 1:
Und wieder ist Rot die Erste und präsentiert stolz ihr hübsches Stehohr!




Und Beweisfoto Nummer 2:
Blau als Zweitgeborener stellt sein linkes Ohr einen Tag nach Rot.




Endlich ist das Wetter besser und die eisigkalten Schneestürme weiter gezogen. Unsere Familie zieht es in den Welpengarten. Hier ein paar Eindrücke von unserem Familienausflug.















Bei allen sechs Welpen sind die Fellfarben heller geworden. Wunderbar gestromt sind alle, doch die Grundfarbe ist nun deutlich sichtbar. Besonders auffällig ist dies bei Hellblau, der die ersten 4 Lebenswochen fast rabenschwarz war.




Unser Sohn Julian ist immer dabei und ich muss immer schauen, dass er von den Welpen nicht allzu sehr belagert wird. Wenn sich aber Zwei- und Vierbeiner für die Meerschweinchen interessieren, kann es durchaus geschehen, dass Julian einen Welpenkuss bekommt. Aus diesem Grund üben wir Erwachsenen mit den Welpen bereits die Beisshemmung: Züngeln ist erlaubt, doch knabbern oder beissen ist tabu!




Wir wollen wieder ins Haus. Ich zähle aber nur vier Welpen. Wo stecken denn Hellblau und Orange? "Buri-Buri-Buri-Buri!!!", schnell der Welpenruf eingesetzt und schon kommen sie angerannt wie die Feuerwehr!





Mira, die Halbschwester der Welpen, darf nun schon oft mit den Kleinen spielen und verhält sich tadellos. Aber nur Rot darf sich so viel erlauben!





Auch diesen Bericht schliesse ich mit einem Schlaf-Foto. Es ist immer so schön zu sehen, wie sich die Welpen nach einer actionreichen Spielzeit irgendwo zufrieden hinkuscheln und schlafen.




An Heiligabend verbrachte ich einige Stunden alleine mit den 6 Welpen. Die Verteilung an die neuen Besitzer stand an. Zu jedem Welpen habe ich mir Notizen gemacht über seine Entwicklung. Auch gab es Notizen über die Welpeninteressenten. Ich liess mir die Beobachtungen der letzten Wochen durch den Kopf gehen. Nun galt es, die optimalen Paare zu finden. Welche Charaktere passen wohl zusammen? Welcher Welpe fühlt sich zu welchem Besitzer hingezogen? Für mich selber stand auch eine folgenschwere Entscheidung an: welche der beiden Hündinnen hat die besseren Anlagen, später eine Zuchthündin zu werden? Welche hat das stabilere, belastbarere Wesen? Erst als mein Herz und mein Bauch bei jedem Paar ein warmes Gefühl aussendeten, ging ich schlafen. Am Weihnachtstag erfolgte die Zuteilung und die „Taufe“ der Holländerchen. Nun hat auch jedes seinen Namen!

Die etwas milderen Tage nutzten wir, um viel mit der Sechserbande draussen zu rennen und zu spielen. Mutter Esta und Halbschwester Mira zeigten den Kleinen, wie man im Schnee buddelt und zerrissen innert Sekunden den Büchsensack. Tja, gefrorene Jute hält eben keinen Hundezähnen stand…






Nuri-Aragorn (Grün)


Nanook (Blau)


Neo (Beige)


Nurej-Nova (Orange)


Nigan (Hellblau), Nakoma-Targa (Rot) und Nurej-Nova tollen durch den Schnee.


Mira zeigt ihren Halbgeschwistern Nurej-Nova und Nanook, wie man elegant über den Baumstamm springt.

Die Spielsequenzen draussen dauern wegen der Kälte nicht lange. Schon bald fangen die ersten an zu zittern und wir beeilen uns, die ganze Rasselbande wieder ins Haus zu bekommen. Drinnen gehen dann die heftigen Zerrspiele los, es wird viel aus dem Wassernapf getrunken (oder auch alles Wasser rausgescharrt!) und nach spätestens einer halben Stunde wird es ruhig in den beiden Welpenzimmern.


Nigan und Nanook suchen sich einen Schlafplatz.


Nigan hat ein weiches Ruhekissen gefunden.


Nakoma-Targa hat es sich im Katzenbett gemütlich gemacht.

Am Montag, 3.1.2011 war das Wetter endlich wunderschön und nicht mehr so eisig kalt. Die beiden Besucherinnen Seraina und Katie haben wir sogleich zum helfen eingespannt und sind mit Julian und allen Holländern in den Wald gefahren. Die Fahrt verlief recht ruhig und nur wenige mussten erbrechen. Im Wald angekommen, schauten die Welpen zu, wie wir Julian in den Kinderwagen luden und Esta und Mira die ersten Versäuberungsrunden drehten. Danach hoben Seraina und ich vorsichtig jeden Welpen aus dem Auto. Die Kleinen mussten selber zum Ausstieg kommen, wir haben keinen „herausgeholt“. Es war eine ruhige Angelegenheit und wir staunten, wie alle Welpen sofort herumrannten und interessiert an allem schnüffelten. Unser „Rudel“ setzte sich in Bewegung und wir marschierten gemütlich den Waldweg gegen das Bächlein herunter. Dort angekommen, zeigten Esta und Mira den Kleinen, wie toll so ein Bach ist und rannten hinauf und hinunter. Es dauerte nicht lange und jeder Welpe schlabberte vom fliessenden Wasser, planschte darin herum und erkundete die Steine und Gebüsche am Rand des Bächleins. Hier einige Eindrücke von unserem Waldausflug.


Nakoma-Targa ist bei einem interessanten Schnüffelobjekt zurückgeblieben und kommt auf den Welpenruf wie eine Rakete zu uns gerannt.


Nuri-Aragorn hat die Geschwindigkeit entdeckt und prescht im Renngalopp an uns vorbei.


Neo und Nurej-Nova lassen es langsamer angehen und trippeln schnüffelnd Meter um Meter mit uns mit.


Nuri-Aragorn und Nigan zögern noch…


Neo ist schon ganz mutig.


Nurej-Nova und Nanook wagen es auch.

Neben dem Bach hat es viel Gestrüpp und Unterholz. Die kleinen „Glückssternchen“ sind in ihrem Element und toben ausgelassen umher. Wir amüsieren uns köstlich und geniessen in vollen Zügen. Es ist wunderschön, an dieser Lebensfreude teilhaben zu dürfen.


Nurej-Nova, Nanook und Nigan toben am Rand des Bachbetts rauf und runter.


Nurej-Nova, Nakoma-Targa, Nanook und Neo rennen im Unterholz umher und spielen Fangen.


Neo schliesst sich Nakoma-Targa an, die sich unerschrocken von den anderen entfernt und auf Entdeckertour geht.


Suchbild: Wer findet die Welpen?


Bevor wir den Heimweg antreten, gibt Mutter Esta ihren Kindern noch einige Schlucken Milch.


9.1.2011
Irgendeiner ist immer der Erste! Obwohl man weiss, dass die Welpen nach 9 Wochen an ihre neuen Lebensplätze ziehen, ist es doch immer wieder schwer, wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist.
Unser Neo machte heute den Anfang. Sein neuer Partner Patrik Burla konnte es fast nicht mehr erwarten und traf früher als abgemacht bei uns ein. Da die Welpen noch schliefen, erledigten wir zuerst den Papierkram und luden das Futter ins Auto. Danach gingen wir mit allen sechs Welpen nach draussen, wo Neo nochmals zusammen mit seinen Geschwistern herumtollen konnte.
Später zerschnitt ich Neo’s beiges Welpenhalsband. Wir nennen diesen Vorgang „abnabeln“. Es ist für mich eine traurige und gleichzeitig glückliche Handlung, die ich in Ruhe und mit vielen Gedanken vollführe. Nachdem ich Neo sein neues Halsband und das Gstältli umgelegt hatte, gingen wir nach draussen zum Auto. Nach dem Verabschieden kamen bei mir die Tränen, als ich Neo zu Patrik auf den Schoss setzte. Freude und Trauer, Hoffnung und viele gute Wünsche begleiteten Neo und Patrik, als sie davonfuhren.
Ich schäme mich nicht wegen meinen Tränen. So ein Welpe ist in meine Hände geboren worden und war 9 Wochen lang ein Teil unserer Familie! Doch ich bin mir bewusst, dass ich als Züchterin nun keine Kapazität mehr hätte, dem Wissensdrang des Welpen gerecht zu werden und ihn korrekt zu sozialisieren und auszubilden! Es ist Zeit, dass der Welpe nach 9 Wochen zu seinem neuen Meister kommt, der sich ihm voll und ganz widmen kann!


Neo ist ein wunderschöner kleiner Holländer mit einem supertollen Charakter!


Ein letztes Mal spielt Neo mit seinem Bruder Nigan.


Patrik und Neo verstehen sich wunderbar. Ich hoffe, dass die beiden ein richtiges Dream-Team werden!


Mach’s gut, kleiner Neo! Danke für die schönen 9 Wochen! Du bist ein toller kleiner Kerl und wir freuen uns auf unser nächstes Wiedersehen mit Dir! Wir wünschen Dir weiterhin gute Gesundheit und ein spannendes und fröhliches Leben bei Patrik!


Neo wird „abgenabelt“ und bekommt sein neues Halsband umgelegt. Das Zeichen für den neuen Lebensabschnitt.


Gute Reise, mein lieber Neo!


12.1.2011
Vor Aufregung und freudiger Erwartung hatte Manuela die falsche Autobahnausfahrt genommen und sich verirrt. Mit Verspätung und einem riesigen Grinsen auf dem Gesicht ist sie doch noch eingetroffen, um ihren Nanook abzuholen. Es war schön zu sehen, wie Nanook wedelnd auf die lebenslustige Manuela zuging. Mein schmusiger Nanook hatte sich verliebt und ich wünsche mir sehnlichst, dass diese Liebe lebenslänglich hält! Spielen, schmusen, mit den Geschwistern herumtoben…ein letztes Mal genoss Nanook sein erstes Zuhause. Doch so sehr ich seinen Abschied auch hinauszögerte, irgendwann musste es doch sein: Ich legte Nanook sein neues Halsband um und trug ihn zu Manuela ins Auto. Wenn alles nach Wunsch verläuft, wird Nanook in Zukunft zusammen mit Manuela verschüttete Menschen aus Lawinen retten! Für den so unglaublich menschenfreundlichen und aktiven Holländer sicher eine tolle Lebensaufgabe. Mit der feinfühligen und temperamentvollen Manuela wird es ihm aber auch sonst sicher nicht langweilig. Und sonst ist ja auch noch die gestromte Mischlingshündin Leila da, die bestimmt auch mal mithilft, Unfug anzustellen.


Zwei, die gut zusammenpassen: Nanook und Manuela.
Ich wünsche euch viel Freude, Geduld und Mut, euch den täglichen Herausforderungen zu stellen. Bleibt gesund, offen und herzlich wie ihr seid!


13.1.2011
Zwei Abschiede warteten heute auf mich. Verena und Silvio kamen am Morgen, um ihren kleinen Wirbelwind Nakoma-Targa abzuholen. Es fiel mir schwer, die „Rote“ loszulassen.
Sie hat für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen!


Ich habe Dich fest lieb, meine kleine, freche, süsse Rote! Viel Glück und Gesundheit wünsche ich Dir!

Die Kleine hat es aber faustdick hinter den schönen Ohren und ich bin froh, so kompetente und holländererfahrene Besitzer wie Verena und Silvio gefunden zu haben. Ich bin überzeugt, dass die herzliche, aber stürmische Targa bei ihnen durch viel Ruhe und Erfahrung zu einer sozialen und offenen Hündin werden wird. Der 12,5-jährige Halbonkel Brabus wird Targa bestimmt auch viel beibringen können. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge setzte ich Targa zu Verena auf den Rücksitz des Autos. Gute Reise, meine Süsse!


Ein Trio, das schon jetzt harmoniert! Ich bin gespannt, was die drei alles miteinander erleben. Denn langweilig wird es bei ihnen nie! Und mit Frechdachs Targa zusammen sowieso nicht ;-)

Am Nachmittag trudelten Randa und Christian bei uns ein. Das Welpenzimmer wirkte fast leer mit nur drei Hunden drin. Nuri-Aragorn war überglücklich, seine zukünftige Familie wiederzusehen. Trotzdem stieg er immer wieder zu mir auf den Schoss und kuschelte sich zusammen. Der sehr feinfühlige Aragorn merkte schon seit Tagen, dass besondere Dinge passieren. Unser „König Goldfuss“ (wegen seinen zwei goldfarbenen Zehen an der Hinterpfote) war schon in den vergangenen 4 Tagen unglaublich anhänglich und verschmust. Bei Randa und Christian ist Aragorn in guten Händen. Die beiden haben das nötige Feingefühl, gepaart mit Konsequenz und Lebensfreude, die es braucht, um einen Holländer zu führen und ihm ein schönes Leben zu ermöglichen. Auf Aragorn warten viele Pferde, Kinder (Reitschüler) und jede Menge Stall- und Hofleben, er wird Trekkingtouren erleben und bei Velofahrten, Hundesport und Agility mitmachen. Vorerst aber wird er Schritt für Schritt und mit viel Geduld zusammen mit Randa und Christian in sein neues Zuhause eintauchen. Ich bin überzeugt, dass er sein Königreich schon bald als grosszügiger und freundlicher Herrscher verwalten wird!


Jeder Welpe, der uns verlässt, wird von Esta verabschiedet und ein letztes Mal geleckt.


Randa und Christian sind ein junges Paar mit viel Energie und Hoffnung. Nuri-Aragorn passt wunderbar zu euch und ich wünsche euch dreien von Herzen alles Gute, viel Spass und ganz viele schöne Erlebnisse!


Mach’s gut, König Goldfuss, mein hübscher Bub!
Nimm Dich in Acht von den Pferdehufen und geniesse jeden Ausflug mit allen Sinnen!


16.1.2011
Heute Sonntagmorgen traf Familie Zuber aus dem Wallis bei uns ein, um ihren Nigan abzuholen. Die drei Buben mochten fast nicht mehr warten und haben schon seit Tagen gefragt, wann es denn endlich soweit sei, dass Nigan bei ihnen einziehe. Die beiden kleinen Holländerchen Nigan und Nurej waren draussen und tobten ein letztes Mal zusammen. Horst Zuber hatte ein viel zu grosses Halsband dabei, in welches Nigan zuerst noch reinwachsen muss. Ausserdem hatte er ein zu kleines Gstälti mitgenommen, welches unserem „Brummer“ vielleicht vor einigen Wochen gepasst hätte. Wir haben viel gelacht und ich fand noch Mira’s erstes Gstälti, welches Nigan für die Heimreise ausleihen durfte.
Nachdem wir alle Formulare ausgefüllt und die Geschenke an Nigan verteilt waren, holten wir Nigan zum Abschieds-Fotoshooting. Der hübsche Kerl merkte genau, dass etwas Besonderes passiert, und war sehr zurückhaltend mit posieren, obwohl er sonst eigentlich ein kleiner „Mister Schweiz“ ist. Das Herz wurde mir schwer, als ich Nigan das Welpenband durchschnitt und ihm das ausgeliehene Halsband und Mira’s gelbes Gstälti umlegte.
Ich bin überzeugt, dass Nigan bei Horst und Sonja sehr gut erzogen, sozialisiert und ausgebildet wird. Ihre drei Buben sind richtige Goldjungen, da wird auch Nigan ein richtiger Schatz werden! Wenn alles klappt und es auch mit den zeitlichen Fristen aufgeht, will Horst mit Nigan die Ausbildung zum einsatzfähigen Lawinensuchhund machen. Schon mit seinem letzten Hund Gino war er ein erfolgreicher und engagierter Retter. Im Hause Zuber ist es kaum langweilig: Drei lebensfrohe Buben, die aktiven Eltern Sonja und Horst, die Cairn-Terrier Hündin Jana und jetzt der selbstsichere Holländer Nigan! Eine Truppe, die wunderbar zusammenpasst!


Lieber Nigan. Ich wünsche Dir bei Deiner neuen Familie viel Freude, Energie und Spass! Sei lieb und lerne viel. Du bist begabt und wirst es weit bringen! Pass auf Dich auf, mein Grosser.


Von Anfang an war Nigan der Grösste! Nun soll er für Horst und seine Familie der Grösste sein!


Gute Reise, Nigan!


Ende und Anfang…

Nachdem ich meine Abschiedstränen getrocknet hatte, liessen wir Esta, Mira und Nurej im Welpengarten miteinander tollen. Es war wunderschön zu sehen, wie Esta mit ihren Töchtern spielte! Die Halbschwestern Mira und Nurej tranken gemeinsam aus demselben Napf. Wir werden nun noch viele lustige Momente mit unseren drei Holländerweibern erleben!


Holländerrennen!


Prost!

Nun durfte auch Nurej mit mir ein paar Erinnerungsfotos machen, und bekam ihr erstes Halsband umgelegt. Sobald Alex zusammen mit Julian, Esta und Mira auf den grossen Sonntagsspaziergang verschwunden war, machten sich Nurej und ich auf den Weg in den Wald. Mutig stellte sich Nurej dieser neuen Aufgabe und überraschte mich mit ihrer Selbstsicherheit und ihrer Freude am Entdecken! Wir trafen unseren Nachbarn mit seiner Pinscher-Mix-Hündin Chilli. Nurej ist bereits jetzt grösser als Chilli, doch sie hatte grossen Respekt vor ihr. Die Neugier siegte und bald trabten die beiden Hündinnen nebeneinander über den Waldweg. Zuhause musste Nurej in den grossen Vari-Kennel, bekam dort etwas Leckeres zu knabbern und schlief nachher zufrieden ein.
Morgen bauen wir die Werkstatt und das Welpenzimmer wieder um. Ab dann werden unsere drei Hündinnen im ehemaligen Welpenzimmer auf ihren Plätzen liegen und Julian hat endlich das Wohnzimmer wieder für sich zum spielen. Es wird für alle eine grosse Entlastung sein und die Hunde haben wieder etwas mehr Ruhe.
Nurej wird wie Esta mit mir zur Arbeit kommen und wird lernen, ruhig unter meiner Werkbank zu schlafen. Wir werden in den ersten Monaten geteilte Spaziergänge machen, damit ich mich voll auf Nurej konzentrieren kann und sie sich nicht nur an Esta orientiert. Nächste Woche wird Nurej in der Welpenspielstunde neue Hunde treffen. Ich bin gespannt, wie sie sich zeigt. Es warten nun viele spannende und lehrreiche Wochen und Monate auf uns. Ich freue mich auf diese Herausforderung! Ich bin überzeugt, dass Nurej ein ganz toller Holländer wird, die uns viel Freude bereiten wird!


Meine kleine Flamme, Nurej! Du bist ein wunderbarer Hund und ich freue mich auf viele schöne Jahre und jede Menge spannender Erlebnisse mit Dir! Du bist ein Traum, der Wirklichkeit geworden ist!